Gedanken aus Namibia – In der Warteschlaufe

Gedanken aus Namibia – In der Warteschlaufe

Aktuell befinde ich mich in den Ferien bei meinen Eltern in Namibia. Aus reiner Neugier logge ich mich ins LMS (Learning Management System), das Online Schulungssystem der Armee, ein, um nach Neuigkeiten zu suchen. Und da ist er: der sogenannte Picasso, der Stunden- oder Arbeitsplan für den Ausbildungskurs (AK), der für mich im Juli startet. Mittlerweile kann ich ihn sogar weitestgehend entziffern.

Rückblick: Nach der allgemeinen Grundausbildung (AGA) und der Fahrausbildung im Januar und Februar bin ich zwischenzeitlich in die zivile Welt zurück gekehrt. Den Alltag und die Abenteuer der Kamerad:innen im Kosovo und Bosnien-Herzegowina verfolge ich neugierig und manchmal ein bisschen wehmütig auf Instagram & Co. Aus meiner Sicht haben sie ihr Ziel, den friedensfördernden Einsatz, bereits erreicht. Mich trennen noch einige Monate Ausbildung und diverse Prüfungen davon. Und ja, ich kann es kaum erwarten, bis es weitergeht. Hätte mir das jemand vor zwei Jahren gesagt, hätte ich ihn nur schief angeschaut.

Meinen zivilen Job habe ich auf Ende Juni gekündigt. Für die 5 Wochen am Jahresanfang konnte ich unbezahlten Urlaub nehmen, aber die Einsatzausbildung und der Einsatz selbst sind dafür (zumindest bei meinem aktuellen Arbeitgeber) leider zu lang. Daher werde ich mich nach meiner Rückkehr beruflich komplett neu orientieren. Das sehe ich mittlerweile als grossartige Chance, weil es mich zwingt, mir über meine Prioritäten und beruflichen Pläne wieder einmal Gedanken zu machen.

Aktuell befinde ich mich in einer seltsamen Zwischenphase. Kurz vor Ende eines Jobs, den ich fast 5 Jahre sehr gern gemacht habe, mit netten Kolleg:innen und spannenden Projekten. Und kurz vor einem neuen Abenteuer, das ich seit der Grundausbildung zum Glück ein bisschen besser einschätzen kann.

Wie geht es eigentlich nach dem Einsatz weiter?

Beruflich werde ich mir erst kurz vor der Rückkehr in die Schweiz Gedanken machen, wie es weitergeht. Militärisch habe ich allerdings bereits einen Plan.

Der Einsatz im FFD (Friedensförderungsdienst) und die dazu gehörigen Ausbildungen werden als gleichwertig zur Rekrutenschule (RS) angesehen, danach ist also eine Einteilung in die Miliz möglich. Das eröffnet mir spannende Möglichkeiten. Neben dem klassischen Weg der Unteroffiziers- und Offiziersschule ist – in meinem Fall (fortgeschrittenes Alter 😉 und Spezialistenrolle) auch eine Einteilung als Fachoffizier möglich. Aktuell habe ich eine solche Einteilung fest eingeplant und auch schon erste Gespräche dazu geführt. Es wäre ja schade – für mich und die Armee – wenn die monatelange Ausbildung und die Erfahrungen aus dem Einsatz im Nachhinein nicht weiter genutzt werden würden.

Namibia und die Schweiz

In Namibia – wo ich selbst ein paar Jahre gelebt habe – sind Frauen in Militär-Uniform übrigens nichts Ungewöhnliches im alltäglichen Strassenbild. Und auch die Schweiz hat Verbindungen in das dünnbesiedelte Land im südwestlichen Afrika: mit der Entsendung einer Swiss Medical Unit in die UNTAG nach Namibia 1989 begann die Schweizer Armee vor über 30 Jahren ihr friedensförderndes Engagement zugunsten der UNO. Prominentester Teilnehmer: der heutige Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli. Er war in Oshakati im ersten Kontingent im Einsatz.

PS: Das Gelände-Fahrtraining der Schweizer Armee ist durchaus auch für die Offroad-Strecken in Namibia hilfreich.

8 Gedanken zu „Gedanken aus Namibia – In der Warteschlaufe

  1. Grossartig Aisha! Ich ziehe meinen Hut. Es ist toll, wie Du deine Komfortzone verlässt um etwas Neues anzupacken! Danke, dass Du uns (mich) teilhaben lässt an diesem Abenteuer!

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  2. Hallo Nadine,
    hast Du jetzt vor bei der Armee zu bleiben, als Berufssoldat, oder wäre das gelegentlicher Reservedienst?
    Finde beides sehr cool.
    Das Leben bietet manchmal ganz überraschende Wendungen.
    Hätte selbst nie gedacht dass ich mal diesen Weg gehen würde.

    Bitte richte Deinen Eltern schöne Grüße von mir aus.
    Viele Grüße Jürgen

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