Die Rekrutierung – «Sie sind ja auch keine 20ig mehr»

Die Rekrutierung – «Sie sind ja auch keine 20ig mehr»

Nachdem mir die Idee eines Auslandeinsatzes immer besser gefällt, beginne ich die Unterlagen zusammen zu suchen, die für die Bewerbung notwendig sind.

Als Mensch ohne Militär-Background ist einiges in den Formularen nicht verständlich, es gibt Tausende von Fachbegriffen und Abkürzungen bzw. einige Angaben sind schlicht nicht relevant. Schlussendlich habe ich alle notwendigen Bestätigungen bestellt, ausgedruckt, dutzende Seiten ausgefüllt und ein Motivationsschreiben und meinen CV verfasst. Ab damit in die Post.

Tatsächlich bekomme ich ziemlich rasch eine Einladung zu einem Rekrutierungstag. Dort gibt es unter anderem einen Seh- und Hörtest und einen medizinischen Check, bei dem mich der Arzt mit dem legendären Zitat «Sie sind ja auch keine 20ig mehr» für tauglich empfindet. Und einen schriftlichen Englisch-Test. Schon habe ich den ersten Tag im Rekrutierungszentrum Sumiswald (Bern) geschafft.

Ein paar Wochen später geht es zum Vorstellungsgespräch ins Kompetenzzentrum SWISSINT nach Stans-Oberdorf zur zweiten Runde. Dort werden verschiedene Einsatzmöglichkeiten und deren Bedingungen vorgestellt. Und es gibt weitere Tests, wie zum Beispiel ein Interview und einen Aufsatz auf Englisch. Mir wird mitgeteilt, dass ich als Presse- und Informationsoffizier (PIO) vorgesehen bin. Da diese Funktion im Kontingent 48 jedoch bereits besetzt ist, kommt für mich ein Einsatz im Kontingent 49 ab Oktober 2023 in Frage. Da ich es nicht eilig habe und sowieso Zeit benötige, um das Vorhaben mit meinem Umfeld und meinem Arbeitgeber zu regeln, ist das für mich kein Problem.

An beiden Terminen reise ich am Vorabend an und übernachte in der jeweiligen Kaserne – bereits ein erster Systemcheck. Die Abläufe vor Ort sind gut organisiert, aber die Abkürzungen in der Korrespondenz (z. B. in der Reservierungsbestätigung eines Zimmers) stellen Zivilist:innen vor fast unlösbare Probleme. Ich habe Glück, ich habe persönliche Übersetzer im Bekanntenkreis. Aber selbst die müssen ab und zu passen 😉

PS: Ich bin jetzt übrigens ein zukünftiger wAfFFD (weiblicher Angehöriger für den Friedensförderungsdienst).

PPS: Das Bild stammt aus der Rekrutierungs-Kampagne «Sicherheit ist auch weiblich» #teamarmee

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