Wer mich kennt, wird sich wahrscheinlich wundern, wie ich auf die Idee gekommen bin, einen Einsatz bei der Schweizer Armee – und das noch im Ausland – in Erwägung zu ziehen.
Ich komme aus einem Haushalt, in dem das Militär nie eine grosse Rolle gespielt hat. Aufgewachsen in Deutschland und Namibia, mein Vater Rettungs- und Bergungstaucher beim technischen Hilfswerk (THW) statt Soldat, waren meine Berührungspunkte eher gering.
Nachdem ich mit 9 Jahren «Top Gun» gesehen hatte, wollte ich unbedingt Jet-Pilotin bei der US Navy werden. Was ich damals noch nicht wusste: Man darf nicht in fremden Armeen dienen (und ausserdem habe ich Angst vor Höhe und Geschwindigkeit 😊). Mein nächster Berufswunsch war Diplomatin – da haben mich das Politik- oder Geschichtsstudium abgeschreckt … Gelandet bin ich schlussendlich in der Kommunikation und im Bereich User Experience (UX).
Fast forward viele Jahre später in die Schweiz. Mittlerweile bin ich eingebürgert, kenne aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis das Schweizer Miliz-System und erschrecke nicht mehr, wenn Männer und Frauen im Tarnanzug und mit Sturmgewehr in den Zug steigen. Für mich selbst war aber die Armee weiterhin nie wirklich ein Thema.
In einem Gespräch erwähnt mein Gegenüber seinen früheren Wunsch, eine UN-Mission zu machen, der aus familiären Gründen nicht geklappt hat. «Mach doch jetzt, die Kids sind doch mittlerweile gross» antworte ich. Sein Konter: «Mach doch du!»
Häh? Ich? Frau, über 40ig, kein militärischer Background, wie soll das denn gehen?
Neugierig geworden fange ich an im Internet zu recherchieren und siehe da: Doch, das geht.
Ausgeschrieben ist eine Stelle als Stellvertretender Presse- und Informationsoffizier (PIO) im Kosovo. Da ich schon länger von einem internationalen Einsatz träume beschliesse ich, einfach mal meine Unterlagen abzuschicken.
Voraussetzungen und Ablauf einer Bewerbung unter https://www.peace-support.ch/
